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Christian Heeb

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Christian Heeb

Top-Spots Neuseeland für Naturfotografen

Neuseeland, das Land am anderen Ende der Welt, bereist man nicht alle Tage. Für viele Menschen ist das Land ein „Once in a Lifetime“ Traumziel und entsprechend sollte eine Fotoreise gut geplant sein.

Christian Heeb, Buchautor und langjähriger Neuseeland-Kenner, beschreibt seine Lieblingslocations.

Die besten Reisezeiten sind meines Erachtens der März, April bis Mitte Mai und Mitte Oktober, November bis Mitte Dezember. Gegen Mitte, Ende April, gibt es schöne Herbstfarben in den südlichen Alpen von Otago. Im November haben die Bergketten meist noch weiße Spitzen. Weihnachten, Neujahr sollte man vermeiden. Januar und Februar sind Ferienmonate mit überfüllten Campingplätzen und für Landschaftsfotografen eher langweilig.

– Eine optimale Route optimal startet entweder in Auckland (Nordinsel) oder in Christchurch (Südinsel). Es ist eine „one way“ Tour mit Mietwagen und Hotelübernachtungen oder Camper-Van. Die Fähre zwischen der Nord- und Südinsel kann durch den Autovermieter vorgebucht werden. Eine Einwegreise hat den Vorteil, dass man die meisten fotogenen Orte der Inseln besuchen kann, ohne im Kreis wieder zurückfahren zu müssen.

Unsere Musterreise findet im Herbst statt und daher starten wir im ‚kälteren‘ Süden Neuseelands.



1. Akaroa

Der schöne Ort auf der Banks Peninsula bei Christchurch, hat ihren alten Charme erhalten. Die historischen Häuser sind im französischen und britischen Kolonialstil gehalten. Wer es gerne beschaulich mag, kann sich hier etwas auf Neuseeland einstimmen. Der Ort hat gute Restaurants und eine schöne Ferienatmosphäre. Zudem gibt es einen fotogenen Leuchtturm.


2. Moeraki Boulders

Südlich von Oamaru liegen die Moeraki Boulders, große Felskugeln am Strand von

Koekohe. Die von den Wellen der Otago Küste umspülten Felsen sind ein beliebter Fotografen-Hotspot. Etwas südlich davon liegt der Katiki Point Leuchtturm. Dort kann man, mit etwas Glück, am späten Nachmittag, Gelbaugenpinguine beobachten. Der koloniale Ort Oamaru dessen Viktorianisches Stadtbild sehr fotogen ist, kann gut als Ausgangsort für die Moeraki Boulders genutzt werden.


3. Dunedin

Folgt man der Küste nach Süden, kommt man unweigerlich nach Dunedin der schottisch geprägten Stadt, voller Viktorianischer und Edwardianischer Architektur. Die Urbanität Dunedins, bietet einen tollen Kontrast zu den Naturlandschaften der Ostküste. Am nahen Tunnel Beach, südlich der Stadt, gibt es einen schönen Steinbogen und steile Felsklippen.


4. Milford Sound

Von Dunedin geht die Fahrt nach TeAnau und damit bereits an den Rand des Fjordlandes. Der an einem schönen See gelegene Ort kann gut benutzt werden, um den Milford Sound, Neuseelands größte Naturattraktion, zu sehen. Am besten bleibt man mindestens zwei Tage dort und macht einen Ausflug in den nahen Park. Die Straße, welche durch dichten temperaten Regenwald voller Moos und Farnbäume führt, ist an sich die Reise wert. Besonders dramatisch sind die Landschaften im Regen, wenn überall Wasserfälle von den hohen Felsen ins Tal stürzten. Wegen der großen Anzahl von Touristen sollte man das Ausflugsboot vorbestellen. Am besten bucht man die Tour um 1 Uhr und lässt sich Zeit auf der Fahrt in den Park zum Fotografieren.

Alternativ kann man von TeAnau den Doubtful Sound Ausflug buchen und vermeidet damit die Touristenscharen.


5. Wanaka

Hat man sich satt sehen am Grün des Fjordland National Parks und die Bootsfahrt durch den Milford Sound gemacht, geht die Reise weiter nach Norden. Wer gerne Menschenmengen und kommerzialisierten Abenteuersport mag, kann noch einen Tag in Queenstown einlegen. Wir aber gehen direkt in den etwas ruhigeren Ort Wanaka, der mittlerweile auch schon einen Boom erlebt. Der legendäre Wanaka Tree, eine im Wasser stehende Weide, um die sich die Fotografen scharen drängen, wurde von Wandalen gestutzt und hat etwas an Attraktivität eingebüßt. Die nahen Berge und die vielen Wanderwege sind aber weiterhin Grund, hier etwas zu verweilen. Zudem gibt es im Ort hervorragenden Kaffee und gute Restaurants. Mitte, Ende April gibt es bereits schöne Herbstverfärbung. Folgen Sie dem See in Richtung Berge, wo es herrliche Buchten und Pappeln gibt.


6. Mount Cook

Der nördlich von Wanaka liegende Mount Cook Nationalpark ist ein weiterer toller Wanderort. Die Straße führt, fotogen dem Lake Pukaki entlang, in den Ort Mount Cook, dem Besucherzentrum im Park, wo es auch Unterkünfte gibt. Eine Wanderung zum Hooker Lake, hinter welchem sich die eisigen Massen des Mount Cook auftürmen, sollte man sich nicht entgehen lassen. Auf der Fahrt von Wanaka nach Mount Cook sollte man den kleinen Abstecher zu den Clay Cliffs bei Omarama nicht entgehen lassen.


7. West Coast Lake Matheson, Fox Glacier

Von Mount Cook, geht es wieder zurück nach Wanaka, oder direkt an den Westküstenort Fox. Über Haast Pass, von dem man von der trockenen Landschaft in Otago zum Windschatten, an die feuchte windgepeitschte Landschafte der Westküste gelangt. Der kleine Touristenort Fox ist Ausgangspunkt für den nahen See Lake Matheson, wo man herrlich die sich im stillen Wasser spiegelnden Berge, Mount Cook und Mount Tasman, fotografieren kann.


8. Greymouth

Der Highway 6, folgt der Westküste nach Norden, bis nach Westport. Verschiedenste kleine Orte, wie etwa der hübsche Ort Hokitika, laden zu kurzen Besichtigungen ein. Die Pancake Rocks an der Paparoa Coast, ein Küstenabschnitt voller erodierten Gesteinsplatten, bietet sich an für einen kleinen Halt. Das Gebiet hier ist sehr fotogen und es wimmelt von im Meer stehenden Felsen. Die geschichteten Felsen sehen dort aus wie Pfannkuchen, daher der Name. Weiter nördlich am Cape Foulwind westlich von Greymouth gibt es geschliffene große Kieselsteine am Strand. Bei niedrigen Gezeiten findet man bizarre Felsplatten und Kullersteine, die sich sehr fotogen ins richtige Licht rücken lassen. Es gibt wenige Hotelzimmer bei den Pancake Rocks und mehrere gute Motels in Westport.


9. Takaka Wharariki Beach

Der Highway 7, führt nun von aus Greymouth nach Nordosten, in Richtung Nelson. Unser Ziel ist der Ort Takaka, im Nordwesten der Insel. Der hinter Bergen liegende Ort ist Ausgangspunkt für den Wharariki Beach, einen langen Strandabschnitt, wo große Felsen, inklusive eines Steinbogens, im Meer stehen. Der Ort selber ist umgeben von idyllischen Agrarlandschaften und kleinen Naturoasen. Wegen der großen Distanzen sollte man hier mindestens zwei Tage verbringen. Takaka erinnert an die Hawaii Insel Hawaiis und hat einen alternativen Hippie-Flair.


10. Egmont Nationalpark

Von Takaka geht es zur Nordinsel, vorbei an Nelson, nach Picton, wo die Auto- und Passagierfähre nach Wellington abfährt. Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, ist einen Aufenthalt wert, aber für unseren Zweck in Sachen Naturlandschaften, nur als Übernachtungs-Gelegenheit eingeplant.

Wir fahren weiter zum Egmont National Park. Der Mount Taranaki dort ist ein Vulkan, wie man ihn sich vorstellt. Ein perfekter, im neuseeländischen Winter, schneebedeckter Kegel. An den Flanken fallen schöne Wasserfälle, zwischen moosbewachsenen Bäumen, über steile Klippen talwärts. Etwas erschreckend ist die Erkenntnis, wie schön und natürlich die Inseln einmal waren, bevor riesige Teile der natürlichen Vegetation gerodet und zu Kuh- und Schafweiden umgestaltet wurden.


11. White Cliffs, Three Sisters Rocks

Etwas nördlich von New Plymouth liegen die White Cliffs und die Three Sisters Rocks, welche nur bei niedrigen Gezeiten, erreichbar sind. Die fotogene Küste erinnert an den Süden Englands. Der Paritutu Fels etwas südlich von New Plymouth bietet gute Fotogelegenheiten zum Sonnenuntergang. Tausende von Staren nisten dort und veranstalten zum Sonnenuntergang ein Flugspektakel.


12. Taupo und Rotorua

Der kleine Ort Taupo, schön am gleichnamigen See gelegen, ist Ausgangspunkt für Thermalbecken, vulkanische Wanderwege und Rafting auf dem Okere Fluss. In Rotorua gibt es Möglichkeiten, sich mit der Kultur der Maori vertraut zu machen. Die Huka Falls in Taupo sind ein guter Ort für den Sonnenuntergang. In Rotorua gibt es mehrere Themengebiete, die Eintritt kosten. Gratis ist das Gebiet im Kuirau Park mitten in der Stadt.


13. Tarawera River

Die Tarawera Falls im Lake Tarawera Scenic Reserve östlich von Rotorua, geben einen Eindruck, von der natürlichen wilden Schönheit Neuseelands. Dichter Regenwald und türkisfarbene Wasser wirken fast magisch in einer von Baumfarnen bevölkerten Naturlandschaft. Bei meinem letzten Besuch war das Gebiet nur an den Wochenenden zugänglich. Man muss vorher eine Bewilligung einholen.


14. Cathedral Cove, Coromandel

Die Coromandel Halbinsel bietet viele schöne Strände und eine besonders spannende Bucht inklusive großer Steinbrücke mit Namen Cathedral Cove welche sehr beliebt ist. Man muss früh aufstehen, wenn man noch vor den großen Menschenmengen dort sein will. Der Weg startet im kleinen Küstenort Hahei. Bei meinem letzten Besuch war der Weg wegen eines Unwetters geschlossen. Alternativ gibt es jedoch rund um den Ort Whitianga viele schöne und fotogene Küstenabschnitte und Strände.


15. Cape Reinga

Am oberen Ende der Nordinsel liegt der schöne und fotogene Cape Reinga Leuchtturm. Für viele Reisende ein Höhepunkt ihrer Neuseeland-Reise. Wenn das Licht beim Leuchtturm nicht dramatisch ist, sind die nahen Sanddünen nur wenige Kilometer südlich eine tolle Alternative.


16. Bay of Islands

Der historische Kurort Russel liegt an der wunderschönen Bay of Islands und ist bei begüterten Pensionären beliebt. Hier empfindet man fast schon ein bisschen Südseegefühl und erinnert sich an Lahaina auf Maui in Hawaii. Die Landschaften sind lieblich und fast möchte man hier mehrere Tage Urlaub machen.

© by Christian Heeb, 2024

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Rezension zu Wie ich Amerikaner wurde

Buch Rezension „Wie ich Amerikaner“ im Werdenberger & Toggenburger von Heini Schwendener

Neuer-Werdenberger

Baja California Impressions

Fotografische Impressionen einer Foto Reise durch die Baja California, Mexiko von Christian Heeb. Er leitet im Januar 2025 wieder seine beliebte Foto Rund Reise in der Südlichen Baja California, seiner zweiten Heimat, in welcher er jeweils die Winter Monate verbringt.

Nur noch 1 freier Platz auf der Tour im Januar 2025. Foto Reise Baja California

Meine Reise mit Indianer Charly

Der Indianer neben mir sagte: „Für uns war die Natur heilig.“ “ Alles, die Steine, die Sträucher und der Wind sind beseelt.“

Ich versuchte mich daran zu erinnern, von welchem Stamm er war. „Wasco? Klamath? Modoc?..nein wahrscheinlich Paiute“, dachte ich. Ich saß auf einer kleinen Holzbank im Haus meines Schweizer Freundes Ueli in Bend, Oregon.

Ueli ist ein Schreiner aus der Zentralschweiz. Er hat eine Amerikanerin geheiratet, die aussieht wie eine resolute Rheintalerin. Er hatte uns zu einer Party eingeladen und seine ganzen Freunde wuselten in seinem Haus herum. Das Haus selbst sah aus wie das Set von der Sitcom „Roseanne“. Ueli konnte es mit den Leuten. Es waren „währschafte“ Handwerker. Amerikaner mit Baseball „Käppi“, wie sie halt so waren in Bend und da war auch ein Österreicher, der aussah wie eine Mischung aus Reinhard Fendrich und Peter Alexander. Er trug eine Lodenjacke und einen Schlips und wirkte auf mich wie ein Fisch ohne Wasser.

„Wir waren schon immer hier und wissen, wer wir sind“, sagte der Paiute Indianer. Ich wollte gehen. Ueli war nett, laut, volkstümlich und ein guter Schreiner, aber er lebte in einer anderen Welt. Meine Freunde waren alle exzentrisch, hatten keine Kinder, machten Flussfahrten, waren Künstler oder Lebenskünstler. Ich war fast neidisch auf Ueli, wie er so den Amerikanischen Traum lebte.

Der Indianer sagte „nice to meet you“ und ging endlich. Ich dachte daran, dass ich in ein paar Tagen nach South Dakota fahren musste, um mit dem Schweizer Indianer unsere „Geistertanz“ -Reise zu leiten.

Die „Geistertanz“ Reise war auf meinem Mist gewachsen, wie man so sagt. Nun war ich unterwegs mit meinem Freund Charly und einer Schweiz/Deutschen Reisegruppe. Wir folgten der Route der von dem Hunkpapa Häuptling und Schamane Sitting Bull ausgesandten Delegation zu Wovoka, dem Visionär der Paiute Indianer in Nevada.

Die Geistertanz Bewegung Ende des 19 Jahrhunderts führte zum Massaker in Wounded Knee und damit dem Ende der Indianerkriege auf den Grossen Ebenen von Nordamerika.

Unsere Reise führte von den „Paha Sapa“ den Black Hills von South Dakota durch die Staaten Colorado, New Mexico, Arizona, Nevada bis nach San Francisco in Kalifornien. Regula war Zuhause geblieben und organisierte von Bend aus.

Wir hatten einen 15 Personen Bus mit Gepäck Anhänger sowie meinen Truck Camper mit dabei. Die Leute waren eine bunte Mischung aus Charly Jüngern, Indianer Freaks, Esoterikern, einem Medium, dem Liedermacher Claude (Charlys rechte Hand), einem echten Indianer und dem Deutschen, der die falsche Reise gebucht hatte. „Das kommt schon gut“, sagte Manuela, die schon oft auf solchen Abenteuern mit dabei war.

Nun waren wir unterwegs. Es war der erste Tag.

Wir machten halt in den Badlands von South Dakota, fuhren hoch zum Stronghold, wo sich die letzten Lakota während der Indianerkriege versteckt hielten. Das dauerte. Der Schweizer Indianer machte Selfies mit dem echten Indianer. Das Medium sog den Wind in den Badlands auf. Die jungen Damen machten Selfies mit dem Musiker. Der Deutsche, der dachte, er hätte eine Reiterreise gebucht, stand da in Lederhosen und Reitmantel und wirkte verloren. Ich wollte weiter, wusste, wie weit es ist, wusste, dass es schwierig wird mit dem Abendessen. „Aller Anfang ist schwer“, fluchte ich vor mich hin.

Dann machten wir Halt bei Fort Robinson in Nebraska, dort wo man den Kriegshäuptling „Crazy Horse“ erstochen hatte. Ich hatte mich noch nicht an „Indian time“ gewöhnt, hatte methodisch geplant wie ein Schweizer Uhrmacher und sah meinen Zeitplan in Rauch aufgehen.

In Santa Fe wollten sie Steak essen. Die echten und nicht so echten indianer essen gerne Fleisch. Mein Vorschlag, zum Thai zu gehen, stieß auf geschlossene Ohren. Die meisten mochten tote Tiere auf dem Teller. Der Spirit war anscheinend kein Vegetarier.

Oben in Taos wo der legendäre Kundschafter Kit Carson einst sein Haus hatte und wo Ansel Adams die unsterblichen Bilder vom Taos Pueblo und der Kirche in Rancho de Taos fotografiert hatte, trommelte die Gruppe in der Kirche und sang Lakota Lieder. „Das ist schon was“, dachte ich.

Nach den weissen Sanddünen von New Mexiko wo ich richtig begeistert war und freudig den Indianer in voller Montur fotografierte, ging es nach Arizona ins Land der Apachen. Die Reise hatte ich etwas freizügig geplant den wo die Lakota Delegation damals wirklich durchreiste war nicht ganz klar.

Wir trafen meine Freundin Amber vom Stamm der Navajo und posierten den Lakota mit der Navajo Frau in der Wüste. Da standen sie unter den herrlichen Saguaro Kakteen und fast hätte man glauben können, dass so das Indianerland aussieht. Einige Teilnehmer waren mehr mit sich und ihrem Handy beschäftigt, aber es war trotzdem schön. Auf dem Campground fuhr ein Kind mit dem Mini-Fahrrad über eine Klapperschlange, welche dann von Charly mit der Machete erlöst wurde. Ich fand, das sah schon mehr nach Indianerland aus. Trotzdem tat mir die unschuldige Klapperschlange leid. Es war sicher ein Gesichtsverlust unter den Schlangen, wenn man von einer Rotznase überfahren wurde.

Dann waren wir auf der San Carlos Apachen Reservation. Dort wo man versucht hatte, den Apachen Krieger Geronimo gefangen zu halten. Der haute aber immer wieder ab. Er war so ein richtig mürrischer Indianer. Geronimo war kein Häuptling, sondern nur ein brutaler Krieger und genialer Guerilla-Führer. So eine Art „Grumpy Old Indian“. Selbst seine eigenen Leute vom Stamm der Chiricahua mochten ihn nicht. Der große, beliebte Häuptling war Victorio und seine Amazonen Schwester Lozen die eine tapfere Kriegerin und Schamanin war. Victorio wurde bei einer Schlacht mit der Mexikanischen Arme in der Sierra Madre von Mexiko getötet und Lozen starb in Gefangenschaft an Tuberkulose.

San Carlos liegt am Gila Fluss in der kargen Wüste von Arizona. Wir trafen den Weisen Herb Stevens und erfuhren viel über die Kultur der Apachen. Es gab so eine Zeremonie, die ich in meiner Ignoranz gar nicht wahrnahm. Irgendwas mit Maispollen. Charly grinste vor sich hin, als ich dem Medizinmann die Pollen vom Shirt wischte. „Un faux pas“, aber ich bin ja Künstler, sagte ich mir, da geht sowas. Der Schweizer Indianer hatte sofort den Draht zum Apachen. Das ging ohne Worte. Der echte Indianer und der echte Apache konnten es auch miteinander. Es ist nicht wie bei den Hunden, wo sie sich zuerst beschnüffeln. Die Indianer spüren das einfach. Ich habe keine Ahnung, wie sowas geht.

San Carlos war cool, wie die Jugend so sagt aber langsam aber sicher, kamen wir in das Land der Paiute Indianer. Die Paiute lebten und leben noch heute über das ganze riesige Grosse Becken (Great Basin) verstreut. Früher Nomadisierten sie in kleinen Familiengruppen saisonal durch das karge Land. Heute leben sie auf verarmten Reservationen.

In Las Vegas wohnten wir im „Hooters“ Casino, denn Regula hatte dort einen guten Deal gekriegt. Die jungen, gut gebauten, noch besser gefärbten, kurzen Shorts unter drallen weißen T-Shirts tragenden Mädels, die bedienten, waren unfreundlich. Wahrscheinlich hassten sie die Art der Männer, die dort verkehrten. Ich ging mit dem echten Indianer Fedora Hüte kaufen. Beide hatten wir da ein kleines Suchtproblem.

Der Musiker zog mit den jungen Damen und Indianer Charly durch Vegas. Mir wurde bewusst, dass ich Las Vegas noch immer aus vollem Herzen hasste. Alles, aber wirklich alles, was an der westlichen Zivilisation falsch ist, manifestiert sich dort in einer großen Orgie von Habsucht, Verschwendungssucht und jeglicher Perversionen. Las Vegas ist das exakte Gegenteil der indianischen Sammler Kultur der „alten“ Paiute Indianer, welche tausende von Jahren gut hier lebten ohne die Ökologie des Landes zu zerstören.

Mitte Mai erreichten wir das Tal des Todes. Das Thermometer im Auto zeigte 45 Grad an. Wir wollten zelten. Auf der Straße standen zwei Kojoten und hoffen dass wir sie erlösen und überfahren. Anstattdessen hielten wir an und machten Photos. Die Luft fühlte sich an wie wenn einem jemand einen heissen Haartrockner ins Gesicht hält.

Wir machten ein Gruppenbild bei „Badwater“ einer grossen Salzpfanne wo die Landschaft bläulich schimmerte und alles aussah wie eine Fata Morgana. Auf dem Gruppenfoto stehen wir alle auf weißem Grund. Der Reiter mit den Lederhose, die Selfie Tochter mit der Mutter, der echte Indianer, das Medium nahe beim Schweizer Indianer, der Musiker und ein Haufen junge, mitteljunge und etwas älter Frauen. Vorne links ein Kojote mit der Zunge draussen. Ich, der „Grumpy Old Man“ sitzend mit Fedora Hut und undeutbarem Gesichtsausdruck vorne.

Es war schon cool und alle überlebten die Nacht, was auch ein Erfolg war.

Dann kamen wir in die Walker River Paiute Reservation, dort wo das Grab von Wovoka liegt. Charly hatte vorher angerufen und so wurden wir von einer Delegation, bestehend aus Tribal Chairman und Großtochter von Wovoka empfangen. Der echte Indianer und der Schweizer Indianer übergaben den Paiute Indianern eine Bison Maske von den Lakota Indianern. Charly stiftete 2000 $ für das Jugendprogramm der Pajute.

Wir standen alle um das staubige Grab von Wovoka, mitten in der Busch- und Sand Wüste von Nevada. Es gab einen Rundtanz, wo alle im Kreis tanzten. Ich floh auf das Dach meines Wohnmobils, mit dem Vorwand Bilder zu machen. „Für etwas bin ich ja Fotograf geworden“, sagte ich mir. Es sah toll aus wie sie alle dort unter mir tanzten. Rot und weiss vereint als Menschen. In den Berge im Westen bildeten sich Quellwolken.

Bevor Wovoka zum Visionär des „Geistertanzes“ wurde, war er Regenmacher. Er soll das so gut gemacht haben, dass ihn sogar Anglo Farmer engagierten, damals, Ende des 19. Jahrhunderts.

Dann sang Charly ein Lied, es gab eine Zeremonie, er trommelte heftig und ein großes Windböe fuhr über uns hinweg. Es war eine Windhose, die von den Wolken herkam. Es fühlte sich an wie das Schwingen eines Adlers. Kaum war die Zeremonie vorbei, verschwanden die Wolken und es blieb ein fader, hellblauer, wolkenfreier Himmel übrig.

Es fühlte sich an, als wenn uns Wovoka kurz besucht hätte. „Das war dann schon etwas intensiv“, dachte ich der Sarkastiker.

Danach fuhren wir nach Reno in ein Casino Hotel ohne mürrische „Hooters“ -girls. Der Schweizer Indianer schmiss einen Dollar in eine Slot Maschine und ein riesiges Geklimper und Getue ging los. Die Maschine schrillte, ein Rotlicht funkelte, es schepperte 2000 $ lang. Der Mann, der gerade den Paiute Indianern 2000 $ gespendet hatte, gewann den Betrag mit einem Dollar Einsatz zurück. Da glaubte ich sogar an Karma.

© Christian Heeb/2023

Nachtrag:

Warum ich den Begriff „Indianer“ benutze. Es gibt keinen Oberbegriff, der die amerikanischen Ureinwohner mit einem Wort beschreibt außer „Indianer“. „Native American“ macht keinen Sinn denn jeder, der in Amerika geboren ist, ist Native. „First People“ kann man genauso wenig nutzen, da es verschiedenste Migrationen gab. Waren die Hopi die „First People“ denn die Navajo kamen später? Oder waren es die Anasazi-Vorfahren der Hopi?

Columbus nannte die Einwohner von Hispaniola „In Dios“, wie von Gott geschaffen. Daraus wurde „Indio“ und eben der Begriff „Indianer“ den wir heute weiterhin für die Ureinwohner Amerikas benutzen.

„AIM“ die Bürgerrechtsbewegung der Indianer in den siebziger Jahren nannte sich selbst „American Indian Movement“. Auf „Pow Wows“ im US Westen hört man immer wieder den Begriff „Indian Country“. Wenn also die Indianer selber kein Problem haben mit dem Wort „Indianer dann sollte das uns weisse Europäer überhaupt nicht stören.

The Grumpy Traveler

Christian Heeb Writer/Photographer

Stories from the road without the bullshit. No, I will not tell you what my favorite bag is and my mission is not, to share the beauty of our world. I have no van, no dog and I am no digital nomad. World peace will never happen. But I hope you get some laughs and will think before you hit the road …

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Originally trained as an architect, Christian Heeb is known for his stunning travel photography and his creative art photography. The image of America aka the USA is his main focus of his artistic photography. From the dramatic colors of the “American Dreamscapes” to the “joker-esque” “Uncle Sam” series and the fading American dream in his “Pax Americana” images.

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Bend based photographers Regula and Christian Heeb have been leading photo tours and workshop around the world since 1998. Originally from Switzerland they live in Bend, Oregon and El Sargento, Mexico and maintain a mountain chalet in the Swiss alps.

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Christian has been a professional travel photographer for thirty years with more than 200 photo books, countless calendars to his credit. His images are distributed and sold worldwide.

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